Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Im Zentrum der Jahreslosung für 2017 steht das menschliche Herz, das durch Gott erneuert werden muss. So heißt es in Hesekiel 11,19: „Ich nehme das Herz von Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz von Fleisch“. Mit dem Herzen ist entgegen unseres alltäglichen Sprach-gebrauches nicht das menschliche Organ gemeint, das das Blut durch unsere Adern pumpt, sondern der innerste Kern des Menschen, das Zentrum seines Denkes, Fühlens und Wollens.

Obwohl wir Menschen manche Anstren-gung und viel Mühe darauf verwenden, den äußeren Menschen zu verschönern und in einem guten Licht erscheinen zu lassen, ist uns allen doch klar, dass das, was unsere Persönlichkeit wirklich aus-macht, im Inneren des Menschen verbor-gen ist. Wenn wir zum Beispiel sagen, dass wir einen Menschen gut kennen, dann meinen wir damit nicht, dass wir genau wissen, wie viele Leberflecke er auf der Haut hat oder wie viele Ohrlöcher oder Pircings ihn schmücken. oder ob seine Fußnägel lackiert sind, sondern dass wir wissen (oder zu wissen meinen), wie dieser Mensch denkt und fühlt und was sein Herz bewegt.
Jesus zeigt in Lukas 6,43-45 auf, wie die Ausrichtung des Herzens das Reden und das Handeln des Menschen bestimmt. Aus diesem Grund weist Jesus auch immer wieder darauf hin, dass es viel entscheidender ist auf das inwendige Herz und nicht auf das äußere Erschei-nungsbild zu achten. Über diese Frage geriet er des Öfteren mit den Pharisäern in Streit, die vor allem darauf achteten, wie sie auf andere wirkten. Wenn die Wurzel eines Apfelbaumes schlecht ist, bringt es nichts gesunde Äpfel aus dem Supermarkt an die Äste zu binden, dann muss die Wurzel behandelt werden.
Genauso ist es bei uns Menschen: Wollen wir verstehen, warum ein Mensch (auch wir selbst) handelt, wie er handelt (sei es gut oder böse), so müssen wir verstehen, was sein Herz erfüllt. Wir Menschen reagieren oft in der gleichen Situation sehr unterschiedlich. Ob wir erfreut oder ängstlich, besorgt oder auf-geregt, trotzig oder mitfühlend reagieren, liegt an unserem Herzen. Es gibt daher auch keine bleibende Veränderung des Lebensstiles oder unseres Verhältnisses zu Gott an der Erneuerung des Herzens vorbei.
Schon kleine Gewohnheiten zu ändern fällt schwer. Umso mehr gilt dies für fest-gefahrene Denk- und Verhaltensmuster. Weil es aber so schwierig und zugleich so notwendig ist, das menschliche Herz zu verändern (auch unser eigenes) – deshalb schenkt Gott denen, die an Jesus Christus glauben, ein neues Herz. Gott erneuert unser Herz durch den Heiligen Geist, durch seine liebende Gegenwart. Er flickt nicht an unserer alten Natur her-um, diesem verworrenen System, das an ihm zweifelt. Statt mit dem Skalpell in die dunklen Winkel unseres Herzens vorzudringen, um dort zu reparieren, was nicht in Ordnung ist, kommt er mit dem Ge-schenk eines neuen Bundes und eines neuen Herzens, das uns erlaubt ganz ehrlich vor ihm zu stehen, ohne den jämmerlichen Zustand unseres alten Herzens beschönigen zu müssen.
Je länger ich mich mit Menschen und ihren Nöten beschäftige, desto mehr wächst in mir die Überzeugung, dass Gott in besonderer Weise die Gemeinschaft seiner Kinder – also die örtliche Gemein-de – dazu gebrauchen will um sich um die Nöte und die Pflege unseres neuen Herzens zu kümmern.
Darauf weisen viele neutestamentliche Bibelworte hin:

Jakobus 5,16: Bekennt also einan-der eure Sünden und betet fürei-nander, dass ihr gesund werdet.
1.Johannes 4,7: Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben.
1. Petrus 4,10: Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.
Kolosser 3,16: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit.
Epheser 5,19: Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen.
Römer15,7: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat.
Hebräer 10,24: Achtet aufeinander! Ermutigt euch zu gegenseitiger Liebe, und spornt einander an, Gutes zu tun.
1. Thess. 5,11: Darum ermahnt (ermutigt) euch untereinander, und einer erbaue (tröste) den andern.

Wir sollen also gegenseitig auf unsere Herzen im positiven Sinne Einfluss nehmen.
Zugleich habe ich den Eindruck, dass wir uns gerade in diesem Bereich auch häufig gegenseitig viel schuldig bleiben. Wir fühlen uns oft nicht in der Lage, einander so zu helfen und zu unterstützen wie es gut für uns wäre. Wir bleiben hinter Gottes Vision weit zurück.
Hier kann uns u.a. das kostenfreie Seelsorgeseminar am 11. Februar unterstüt-zen. Denn dort werden u.a. auch Antwor-ten gegeben, wie wir uns selbst aber auch anderen besser helfen können, unser Leben mit Gottes Hilfe zu verän-dern und das Angebot eines neuen ge-schenkten Herzens von Gott anzunehen.
Im Taufgottesdienst am 12. März 2017 wird deutlich wie Gott auch in unserer Zeit Menschen beruft und sie durch die Vergebung ihrer Schuld mit einem dankbarem Herzen beschenkt.
Jeder Blick auf das Bild zur neuen Jahreslosung im Gemeindehaus ist wie ein Blick in den Spiegel. Wir sehen hin und zugleich stellt sich uns die Frage nach dem Zustand unseres Herzens. Ist es hart und dunkel wie Stein an dem Got-tes Wort abprallt oder ist es lebendig, formbar, weich und offen für Gottes Wort und Geist wie weicher Filzstoff? Werden alle Ecken und Kammern unseres Herzens von den Farben im Licht von Gottes gutem Einfluss erfüllt? Die Jahreslosung macht uns so viel Mut in der Verbindung mit Christus eine Erneuerung unseres Herzens anzunehmen und auch für festgefahrene Lebensbereiche die erneuernde Kraft des Heiligen Geistes zu suchen und die Weisheit aus Sprüche 4,23 zu bedenken: „Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben.“
Liebe Grüße
Günter Born

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