Es ist Herbst…

Es ist Herbst und die bunten Blätter fallen von den Bäumen. Jedes Blatt war einzigartig und individuell. Einen Sommer lang grünte seine Pracht. Schon ist die Zeit vorüber und der Winter naht. Es welkt und fällt zum Boden. Deshalb erinnert uns der Herbst in besonderer Weise auch an unsere menschliche Vergänglichkeit (z.B. am Toten- oder Ewigkeitssonntag und am Volkstrauertag). Das „Herbstgedicht” von Rainer Maria Rilke bringt es für mich sehr schön zum Ausdruck:

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,forest-411491_1920

Als welkten in den Himmeln ferne Gärten;

Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde

Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.

Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen

Unendlich sanft in seinen Händen hält.

Zum Nachdenken über unser Leben in Gottes Hand lädt uns besonders das Erntedankfest und der Buß- und Bettag ein, aber auch ein Glaubens- und Taufkurs der im November stattfinden soll. (Anmeldung bitte bis spätestens Ende Oktober, nähere Informationen sind den Flyern im Gemeindefoyer zu entnehmen).

Der Herbst ist die Zeit der Ernte. Dankbar nehmen wir die Früchte von den Bäumen und Feldern aus Gottes Hand entgegen und feiern ein „Gott-sei-Dank-Fest”. Dieses Fest begehen wir in diesem Jahr erst am 16. Oktober (Beginn um 10.00 Uhr!). Dieser Tag ist zugleich der „Welternährungstag”. Der Tag soll darauf aufmerksam machen, dass auch aktuell weltweit viele Millionen Menschen an Hunger leiden. Die meisten davon leben in Asien. Das Erntedankopfer ist deshalb in diesem Jahr für Notspeisungsprogramme und Hungerbekämpfung in Indien bestimmt. Durch hohe Inflation, sehr niedrige oder unregelmäßige Löhne und hohe Unterhaltskosten bleibt dort für viele Familien vom erwirtschafteten Einkommen kaum noch etwas zum Leben übrig. Sie haben Hunger und leiden früher oder später an den Folgen von Mangel- und Fehlernährung. Betroffen sind besonders Waisen und Halbwaisen, z.T. auch in Waisenhäusern, die stark unter der Not leiden. Ebenso betroffen sind Kinder aus sozialschwachen Familien sowie ältere Menschen, Kranke und Pflegebedürftige, die kaum Mittel zur Selbstversorgung haben.

EBM INDIA unterstützt Armenspeisungen in Mumbai, Delhi, Kolkata, Chennai und Nellore. Hier werden arme Menschen regelmäßig mit den notwendigsten Lebensmitteln versorgt. Für sie ist es die einzige Mahlzeit, die sie am Tag erhalten. Die Menschen stehen Schlange bei der Essensausgabe. Es wird genau erfasst, welche Personen bzw. Familien an der Armenspeisung teilnehmen, damit nicht einige mehrfach profitieren und andere leer ausgehen. Besonders in den Megastädten sind diese Armenspeisungen ein Tropfen auf den heißen Stein, denn Abertausende von Menschen leben dort obdachlos auf den Straßen. Existenznot, Schulden und Suizid bestimmen auch das Leben vieler Bauern auf dem Land in Indien. In vielen Dörfern in Vuyyuru werden hunderte von Bauern durch Schulungen, Saatgut und Mikrokredite unterstützt, so dass sie sich und ihre Familie eigenständig versorgen können. Etwas von dem Abzugeben, was wir Gutes von Gott bekommen haben, ist uns eine Freude. Zu diesem Gott-sei-Dank-Fest wollen wir deshalb auch unsere Freunde und Nachbarn herzlich einladen, damit sie mit uns Gottes Liebe feiern. Nach dem Gottesdienst gibt es ein Festtagsbuffet und alle sind eingeladen zum Mittagessen zu bleiben. (Einladungskarten (incl. Gutschein für das Essen) liegen im Gemeindefoyer aus).

Einen besonderen Gottesdienst feiern wir schließlich als Gemeinde am 23.10.2016 zusammen mit Studenten und Dozenten der Theologischen Hochschule Elstal. Der sogenannte „Semestereröffnungsgottesdienst“ beginnt um 10.00 Uhr. Die Predigt wird der Rektor der Hochschule Professor Dr. Michael Kißkalt halten, die neuen Studenten werden vorgestellt und Dr. Dirk Sager wird in sein Amt als Professor für Altes Testament eingeführt.

Zu all diesen Höhepunkten des Herbstes lade ich alle Leser herzlich ein!

Mit lieben Grüßen

Günter Born

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